…zwischen schnoddrig und koddrig…

es ist gut, dass man sich auf manche termine nicht lange vorbereiten kann. der kopf übernähme die regie und überstimmte mit der zeit vermutlich das bauchgefühl.
anspannung bleibt trotzdem. sie vermehrt sich unter manchen begleitumständen besonders schnell. zum beispiel bei holprigkeiten im geplanten ablauf. beim feststellen von missverständnissen in der kommunikation. und der tatsache, dass das hirn solcherlei vergnügt weiterspinnt, szeniaren entstehen lässt und farbig (alternativ auch schwarz-weiß…) ausmalt.
schwester inge versuchte – zunächst vergeblich – durch einen schnoddrigen einwurf meine anspannung zu lösen. mehr als ein lockern war da aber nicht drin. es war vielmehr der umgang mit jenen, die schon das schlimmste hinter sich hatten, der meine muskeln (vor sllem die lachmuskeln) entspannte und die arbeit wieder aufnehmen ließ. hieß es doch zu einem älteren herrn, er solle sich melden, falls es ihm koddrig würde. koddrig. wir lange hatte ich dieses wort schon nicht mehr gehört….
so gelöst hatten wir (ich, zwei schwestern und die anästhesistin) dann noch eine viertelstunde unseren spaß und flachsten rum bis ich so weit war, um für etwas länger als geplant einen „mittagsschlaf“ einzulegen. dass ich ruhiger und die pflegekräfte trotzdem hochkonzentriert waren, wäre sicherlich nachweisbar. aber das braucht’s nicht einmal. es genügt, dass ich es weiß.
dass ich direkt nach dem aufwachen den faden an derselben stelle wieder aufnehmen konnte, brachte mir den vorzug, recht schnell auf mein zimmer zu dürfen: vitalfunktionen und hirnleistung zu hundert prozent wieder vorhanden. so soll’s sein. und selbst auf der station zog sich die art und weise durch und hinterließ bei mir einen eindruck, der weit mehr als „pflichtbewußtes bemühtsein“ dahinter erahnen ließ. schade, dass man darüber heutzutage so erstaunt ist.
ob die schwestern und pfleger wohl wissen, wie wichtig es für manchen menschen – und ich will mich da gar nicht ausnehmen – sein mag, dass bei aller sterilität, die notwendig ist, das menschliche, menschelnde nicht außen vor bleiben darf? das ist wie wundheilung vor dem ersten schnitt.
nicht, dass ich nun begeistert von krankenhausaufenthalten wäre (wer ist schon gerne krank?), aber wenn ich müsste und zeit zum aussuchen hätte, würde mein weg ins karl-olga-krankenhaus führen. aus gründen. danke allen beteiligten. (und natürlich auch meinen daumendrückern :-* )
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