…zwischen toleranz und beliebigkeit…

ein artikel, nein: ein interview aus der samstäglichen faz war mir aufreger. und finger in der wunde.
es ist zunächst einmal egal, um welches interview es dort geht. es ist völlig ausreichend, dass einer, der etwas zu sagen hat in seiner institution und der darüberhinaus – zumindest in teilen unserer gesellschaft – als vorbild fungieren sollte, stellung bezog, indem er sich alle möglichkeiten offen ließ. ein stück seife ist leichter zu fassen.
warum mich das aufregt? weil es wahrheiten gibt, die unverrückbar sind. wahrheiten, deren fortbestand niemand die gültigkeit absprechen kann, ohne selbst an glaubwürdigkeit zu verlieren. wahrheiten, die zeiten überdauern und menschen. tatsachen, die halt geben. halt aber nur dann, wenn man sie nicht aushöhlt und der beliebigkeit preis gibt. um welchen preis denn? um den preis, menschen anzuziehen, die vielleicht halt suchen.
was für ein halt ist aber das, der sich nach dem vorherrschenden wind in der gesellschaft richtet? was für ein halt ist das, nach dem nur gegriffen wird, wenn er dem zu haltenden zunächst genehm zu sein hat, dass er ihn ergreifen mag? zeichnet sich gesellschaft nicht genau durch das aus, was dauerhaft ist, woran man sich orientieren kann? wenn ich nun dem zeitgeist hinterher renne, so werde ich ihn nie ergreifen, nie ein- oder gar überholen. nie maßstab sein. nie einen festen halt bieten.
maßstab sein. das hieße ja, stellung zu beziehen. verlässlich zu sein. halt und anker sein in zeiten, in denen nichts mehr sicher ist.
wenn institutionen und deren leitfiguren, deren vornehmlicher sinn und aufgabe ist, orientierung zu bieten, wo der einzelne sonst den kopf leichter zu verlieren mag als alles andere – wenn solche leitfiguren den anker heben, sich der beliebigkeit preisgeben und vom zeitgeist durch das aufgewühlte meer der zeit treiben lassen…
…dann weiß ich auf’s neue, warum mich dieses leben, diese gesellschaft „seekrank“ macht. und ich, mit verlaub, gar manchem vor die füße kotzen möchte.
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