wagemut? wage mut!

was tut man nicht so alles, wenn die motivation fehlt. jene motivation, die der neue gruppenleiter in form von „PS auf die straße bringen“ erwartet.
eben jener gruppenleiter, der wissen sollte, dass ich mir geistig gerne alle sechs beine ausreiße, der aber nicht zu verstehen scheint, dass chronisch krank sein auch bedeutet, dass feierabend feierabend ist und man fatigue nicht einfach so beiseite wischen kann.
eben jener gruppenleiter, der alles erdenklich delegiert, um es im nächsten moment wieder an sich zu ziehen. der nach außen hin lange leine lässt, um dann doch „bei fuß“ zu führen.
eben jener gruppenleiter, bei dem ich anfing, „es darauf ankommen zu lassen“. weil es ohnehin nicht mehr darauf ankommt.

was tut man nicht so alles:
kandidatenprofil pflegen.
unterlagen hochladen.
stellenausschreibungen lesen.
und nochmal lesen.
und ohne dann weiter darüber nachzudenken: ein bewerbungsschreiben absenden.
eines, in dem ich nichts schönrede.

trotzdem (oder deswegen?) eine einladung zum vorstellungsgespräch.
muss ja, weil wegen SBV, denke ich. das stimmt in der theorie auch.

das gespräch? ich hab ja nichts zu verlieren, denke ich.
bin, wie ich bin:
ehrlich (weil alles andere eh rauskommt).
direkt (weil ich ohnehin nicht aus meiner haut kann).
locker, als ginge es um nichts.
erzähle was ich kann – und nicht mehr kann.
schildere was mich antreibt – und was mich die lust verlieren lässt.
beschreibe wie ich bin – und in welchem umfeld ich gedeihe.
entscheidende nebensätze fallen, als wir uns schon verabschieden.

zurück im büro frage ich mich, wie lange es wohl dauern wird, bis eine entscheidung fällt.
frage mich auch, ob ich nicht doch auch extern wieder die fühler ausstrecken sollte. trotz chronischer erkankung.

vier stunden später ruft ein „unbekannter teilnehmer“ an, den ich beim ersten mal wegdrücke.
beim zweiten mal gehe ich genervt ran und….

….habe die stelle. („ich glaube, sie wissen gar nicht, was für assets sie mitbringen. ich will sie in meiner abteilung haben!“)

….habe weiche knie und freudentränen in den augen.

…habe seither immer wieder – in worten und taten – die bestätigung erhalten, dass es die richtige entscheidung war. und empfinde dasselbe. ich hatte schon lange nicht mehr so viel freude an meiner arbeit, dass man es mir ansieht.

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