…durch mark und bein…

…eine fallengelassene bemerkung. augenblitzen. stühlerücken. ein leises gespräch.
intensität. greifbar werdende gedanken. hintergrundbeleuchtung bis in dunkelste ecken.
worte, unbewußt längst bewußte wahrheiten – ein echo, das statt zu verhallen sich verstärkt.
schockstarre. freier fall in eine berührungslose umarmung.
wissen, dass das grau sich selber bilden muss, dass es bis dahin nur schwarz oder weiß geben kann.
wissen, dass man loslassen muss, um halt zu finden.
wissen, dass das morgen für sich selber sorgt.
auf meinem einkaufszettel: senfkörner
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…das kleine ich…

das kleine ich…
…ist hinderlich. es steht mir gern im wege.
das kleine ich…
…traut oft nur sich und ändert sich nur träge.
das kleine ich…
…es bangt und zagt, wenn man es nach der zukunft fragt.
das kleine ich…
…lässt sich nicht zwingen, möcht‘ man es in ’ne ecke drängen.
das kleine ich…
…will größer werden, flügel wachsen, beinchen erden.
das kleine ich…
…und noch ein ich. die zwei beiden helfen sich.
das kleine ich…
…ist zitterig. braucht’s zu ’nem wir doch stets:
zwei ich.
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…zerrissen…

auseinandergerissen. hin- und hergerissen. zerrissen.
hier: hände, die mich festhalten, mir seit jeher halt gaben, wenn ich darum fragte. geliebt werden, weil ich ein teil der familie bin.
dort: ausgebreitete arme und ausgestreckte hände, einladend, bittend. geliebt werden, weil ich ich bin.
hier: meine wurzeln. lebensfähig, selbst wenn ich nur funktioniere.
dort: wurzeln in fruchtbarem, aber auch steinigem boden. (über)lebensfähigkeit unbekannt.
nicht mehr wissen, wo ich eigentlich hingehöre.
heimatlos.
auseinandergerissen. hin- und hergerissen. zerrissen.
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…zwischen schnoddrig und koddrig…

es ist gut, dass man sich auf manche termine nicht lange vorbereiten kann. der kopf übernähme die regie und überstimmte mit der zeit vermutlich das bauchgefühl.
anspannung bleibt trotzdem. sie vermehrt sich unter manchen begleitumständen besonders schnell. zum beispiel bei holprigkeiten im geplanten ablauf. beim feststellen von missverständnissen in der kommunikation. und der tatsache, dass das hirn solcherlei vergnügt weiterspinnt, szeniaren entstehen lässt und farbig (alternativ auch schwarz-weiß…) ausmalt.
schwester inge versuchte – zunächst vergeblich – durch einen schnoddrigen einwurf meine anspannung zu lösen. mehr als ein lockern war da aber nicht drin. es war vielmehr der umgang mit jenen, die schon das schlimmste hinter sich hatten, der meine muskeln (vor sllem die lachmuskeln) entspannte und die arbeit wieder aufnehmen ließ. hieß es doch zu einem älteren herrn, er solle sich melden, falls es ihm koddrig würde. koddrig. wir lange hatte ich dieses wort schon nicht mehr gehört….
so gelöst hatten wir (ich, zwei schwestern und die anästhesistin) dann noch eine viertelstunde unseren spaß und flachsten rum bis ich so weit war, um für etwas länger als geplant einen „mittagsschlaf“ einzulegen. dass ich ruhiger und die pflegekräfte trotzdem hochkonzentriert waren, wäre sicherlich nachweisbar. aber das braucht’s nicht einmal. es genügt, dass ich es weiß.
dass ich direkt nach dem aufwachen den faden an derselben stelle wieder aufnehmen konnte, brachte mir den vorzug, recht schnell auf mein zimmer zu dürfen: vitalfunktionen und hirnleistung zu hundert prozent wieder vorhanden. so soll’s sein. und selbst auf der station zog sich die art und weise durch und hinterließ bei mir einen eindruck, der weit mehr als „pflichtbewußtes bemühtsein“ dahinter erahnen ließ. schade, dass man darüber heutzutage so erstaunt ist.
ob die schwestern und pfleger wohl wissen, wie wichtig es für manchen menschen – und ich will mich da gar nicht ausnehmen – sein mag, dass bei aller sterilität, die notwendig ist, das menschliche, menschelnde nicht außen vor bleiben darf? das ist wie wundheilung vor dem ersten schnitt.
nicht, dass ich nun begeistert von krankenhausaufenthalten wäre (wer ist schon gerne krank?), aber wenn ich müsste und zeit zum aussuchen hätte, würde mein weg ins karl-olga-krankenhaus führen. aus gründen. danke allen beteiligten. (und natürlich auch meinen daumendrückern :-* )
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…versäumnisse…

…wer nicht früh schon andere wege, irrwege, holzwege, sackgassen, beschritten hat, sich die füße wund gelaufen und die nase blutig geschlagen hat…
…wer nicht früh schon ausdauer erworben hat, auf mühseligen um- und rückwegen, sich entlanghangelnd am ariadnefaden….
…dem fehlt irgendwann vielleicht nicht die kraft, aber womöglich der mut, einen riskanten, weil unbekannten, pfad zu betreten. weil die gewißheit fehlt, dass der rückweg nicht abgeschnitten ist. dass irgendein weg immer weiterführen wird. dass die kraft reichen wird. dass am ende alles gut wird. und es nicht das ende ist, solange es nicht gut ist.
…wohl dem, der freunde hat. der glauben hat. der hoffnung hat.
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