…(ge)zeiten…

…es gibt zeiten, da bleibt mehr ungesagt als ich verschweigen kann.
…es gibt zeiten, da bleibt jede zweite mail unversandt.
…es gibt zeiten, da mein blick mehr wahrnimmt als meine augen sehen.
…es gibt zeiten, da meine ohren sich vor dem zu hörenden verschliessen.

…es gibt zeiten,
…die verwirrend sind im jetzt…
…die neugierig machen auf morgen…
…die durchgehalten werden müssen, um zu einem gestern zu werden.

ge-zeiten. auf einer klippe sitzend. vom meer umspült, um kurze zeit später auf dem trockenen zu sitzen, das meer erwartend.

zwischen den zeiten. und zwischen den zeilen.

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vom kleinen frieden…

mir selbst etwas versagen, aus prinzip, aus stolz, darin bin ich ganz gut.
mittlerweile hab ich aber auch gelernt, dass es mir gut tut. weil ich zu oft schon die war, die andere „da abholt, wo sie eben stehen“. die fragt. die bittet.
muss ich nicht mehr haben. zumal dann nicht, wenn es menschen gibt, die mich abholen. abholen wollen. abholen dürfen. menschen, die den schlüssel zu mir haben. wo ein schweigen nicht unangenehm und irritierend sondern beredt ist. und fragen… ..fragen entweder gar nicht gestellt werden müssen, weil man von selbst ins reden kommt. oder fragen gestellt werden dürfen, weil… ..ja, weil man belastungen des anderen erfühlt und mitfühlt. weil es umarmungen ungefragt und von herzen gibt. und man unter geschwistern sorgsam mit der seele des anderen umgeht.
und geschwister sind mir diese menschen. weil sie, obschon nicht blutsverwandt, viel mehr als freunde sind. weil die tür immer offen steht. und weil wir in die selbe richtung gehen, dasselbe ziel vor augen haben.
seelenfrieden statt weltfrieden.
weil mein ich an manchen tagen schwerer wiegt als jedes du.
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morgen, morgen, nur nicht heute…

morgen, morgen, nur nicht heute.
so kommen mir manche (zu viele) menschen vor. machen pläne. pläne, die gegebenenfalls nicht nur sie selbst betreffen, sondern andere (zumindest emotional) mit einbeziehen. tun dies dann öffentlich kund, gerne auch über soziale netzwerke.
nun ist es eins (und ein gutes dazu!), pläne zu machen. ein anderes wiederum, verlässlichkeit zu zeigen.
und da eben bemerke ich einen unterschied. vieles von dem, was ich lese, ist heiße luft. die seifenbläser (so möchte ich jene gerne nennen, die aufmerksamkeit heischend ihre pläne der öffentlichkeit zum besten geben) haben mehrheitlich überhaupt kein interesse daran, keinen willen dazu, ihre pläne jemals wirklichkeit werden zu lassen.
fragt man nach, trifft man auf erstaunen. erstaunen darüber, überhaupt ernst genommen worden zu sein. erstaunen darüber, dass interesse besteht. erstaunen darüber, die wahrnehmungsschwelle eines dritten überschritten zu haben.
sind wir denn alle so unverbindlich geworden, auch uns selbst gegenüber, dass es zum guten ton gehört, dies oder jenes als „plan“ vorzustellen ohne jegliches interesse, dies auch nur ansatzweise von der grauen theorie in die bunte welt der wirklichkeit zu überführen? sind wir uns bewusst darüber, dass wir beim (gewollt oder ungewollt involvierten) gegenüber erwartungen wecken und womöglich vorfreude? sind wir uns bewusst darüber, was wir anrichten, wenn wir jeden dieser pläne, der ab dem zeitpunkt der veröffentlichung eben nicht mehr nur uns selbst betrifft, mit einer stecknadel wie einen luftballon platzen lassen?
tut mir leid, für diese menschen und deren „pläne“ habe ich leider keine zeit mehr übrig und mein interesse an ihnen ist gleich null. ich lebe meinen plan. jeden tag auf’s neue. und den, den ich habe für morgen – den werde ich verwirklichen. ohne getöse.
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…zwischen toleranz und beliebigkeit…

ein artikel, nein: ein interview aus der samstäglichen faz war mir aufreger. und finger in der wunde.
es ist zunächst einmal egal, um welches interview es dort geht. es ist völlig ausreichend, dass einer, der etwas zu sagen hat in seiner institution und der darüberhinaus – zumindest in teilen unserer gesellschaft – als vorbild fungieren sollte, stellung bezog, indem er sich alle möglichkeiten offen ließ. ein stück seife ist leichter zu fassen.
warum mich das aufregt? weil es wahrheiten gibt, die unverrückbar sind. wahrheiten, deren fortbestand niemand die gültigkeit absprechen kann, ohne selbst an glaubwürdigkeit zu verlieren. wahrheiten, die zeiten überdauern und menschen. tatsachen, die halt geben. halt aber nur dann, wenn man sie nicht aushöhlt und der beliebigkeit preis gibt. um welchen preis denn? um den preis, menschen anzuziehen, die vielleicht halt suchen.
was für ein halt ist aber das, der sich nach dem vorherrschenden wind in der gesellschaft richtet? was für ein halt ist das, nach dem nur gegriffen wird, wenn er dem zu haltenden zunächst genehm zu sein hat, dass er ihn ergreifen mag? zeichnet sich gesellschaft nicht genau durch das aus, was dauerhaft ist, woran man sich orientieren kann? wenn ich nun dem zeitgeist hinterher renne, so werde ich ihn nie ergreifen, nie ein- oder gar überholen. nie maßstab sein. nie einen festen halt bieten.
maßstab sein. das hieße ja, stellung zu beziehen. verlässlich zu sein. halt und anker sein in zeiten, in denen nichts mehr sicher ist.
wenn institutionen und deren leitfiguren, deren vornehmlicher sinn und aufgabe ist, orientierung zu bieten, wo der einzelne sonst den kopf leichter zu verlieren mag als alles andere – wenn solche leitfiguren den anker heben, sich der beliebigkeit preisgeben und vom zeitgeist durch das aufgewühlte meer der zeit treiben lassen…
…dann weiß ich auf’s neue, warum mich dieses leben, diese gesellschaft „seekrank“ macht. und ich, mit verlaub, gar manchem vor die füße kotzen möchte.
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momentaufnahme…

..oder: warum ich nicht so viel blogge, wie ich könnte.
es juckt von zeit zu zeit unglaublich in den fingern. texte liegen mir auf der zunge, wollen festgehalten, zu papier gebracht und damit losgelassen werden. und doch schaffen es nur die wenigsten hierhier.
warum?

weil sie momentaufnahmen sind, deren gültigkeit morgen oder in fünf minuten schon vorüber sein kann.

und doch sind es momentaufnahmen, die mich auch in jahren noch an die situation erinnern werden, in der sie entstanden sind. wie ich auch meiner schrift noch heute entnehmen kann, wie ich vor 5 tagen, 10 monaten oder 20 jahren empfand. glaubt jemand wirklich, ich gebe das preis?
wie es mir geht? ich lebe. mit allem, was dazugehört. in diesem moment, und in jedem anderen auch.
update/p.s.: dass ich aktuell hier wieder mehr von mir gebe, steht (wer lesen kann, der lese) nicht im widerspruch zu dem, was ich oben sagte. und korreliert im übrigen auch nicht mit meiner abwesenheit auf twitter. es sind koinzidenzen, für die ich nichts kann.
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