ich will dir nicht zur last fallen…

„ich will dir nicht zur last fallen…“

sagst du. und meinst: ich will mir selbst nicht zur last fallen.
ist es nicht so?
ich will dir nicht zur last fallen, sagst du. und zerbrichst dir damit meinen kopf. überlass‘ es doch mir, zu entscheiden, ob du eine last bist oder nicht.
ist es nicht so?
ich will dir nicht zur last fallen, sagst du. und hast eigentlich nur angst davor, dass du ehrlich zu dir selber sein müsstest. es geht ja nicht darum, dass du mich anlügen würdest, nein… …du würdest dir hinterher im klaren darüber sein, dass du auch dich selbst angelogen hättest. und du weißt, was schlimmer ist: die lüge vor dir selbst.
ist es nicht so?
ich will dir nicht zur last fallen, sagst du. und meinst damit, dass du angst vor deinen gefühlen hast, wenn du redest. dass es nicht weh tut, kann dir keiner garantieren. aber eben dafür bin ich da. einer trage des anderen last. ich meine das so. teile dein leid. es wird nicht nur aus mathematischer sicht weniger… …und meines wird nicht mehr dadurch, denn durch dein vertrauen machst du mir eine freude, und wie sollte mir freude eine last sein?
ist es nicht so?
ich will dir nicht zur last fallen, sagst du. und meinst damit: ich will nicht, dass du mir den stöpsel aus der badewanne voll selbstmitleid ziehst. ich will nicht auf dem trockenen sitzen und die wahrheit erkennen müssen. ich will mich quälen, weil ich das gefühl liebe, mich im selbstmitleid zu suhlen, weil ich es schon gar nicht mehr anders kenne…
ist es nicht so?
komm, sei mir eine last!
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lebensweg

„lebensweg: das herz schlägt den takt, in dem die füße gehen. die augen nach vorne gerichtet, bleibt der kopf auf der vernunftebene.“

warum lässt du dich aus dem takt bringen, durch das, was andere von dir denken? sie denken es, egal was du tust, egal was du sagst, egal wie du dich fühlst. deinen weg bestimmst immer noch du selbst. lass dein herz den takt dazu schlagen. geh langsam, wenn du dich beeilen sollst. und beschleunige deinen schritt, wenn dich jemand aufhalten will.
dein herz schlägt den takt. hörst du’s?
du hast gehen gelernt, lange schon. wieso also die augen zu boden senken? schau nach vorne. dorthin, wohin dein weg dich führen soll. dann siehst du auch die hindernisse rechtzeitig und kannst ihnen ausweichen. und du siehst die welt um dich herum. lass dein auge schweifen und nimm wahr, was dich umgibt.
wer kopf und augen senkt, kehrt den blick nach innen. nur nach innen. der bauch übernimmt das kommando, wo doch das herz schon den rhythmus angibt. hebe kopf und augen. und du wirst sehen, weil dein blick voraus geht und nicht hinab. dann nimmt auch dein kopf die arbeit auf. und zusammen – kopf und bauch unisono – werdet ihr gute entscheidungen treffen. und dein lebensweg wird ein lebensziel sein.
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anleitung zum verlaufen

„anleitung zum verlaufen: wer sich vom kummer beugen lässt, sieht nur den einzelnen schritt, verliert aber den weg aus den augen.“

du sagst, du hättest schon so viel mitgemacht. bist müde und mürbe. hast keine kraft mehr, möchtest nur noch ankommen. doch du senkst den blick zu boden. statt einen schritt nach vorne zu machen, bleibst du stehen, weil du dem boden vor dir nicht traust. es könnte ja wieder… …deine zigfache erfahrung sich wiederholen. warum tut sie das eigentlich? weil dein tellerrand so eng geworden ist, dass du das darüberhinaus gar nicht mehr wahrnehmen kannst? weil du es gar nicht sehen willst? weil dir die angst, es könnte doch alles ganz anders sein, wie ein nebel die augen verschleiert?
dich drückt niemand zu boden und niemand beugt dich nieder – außer du selbst. richte dich auf und du siehst mehr als nur den boden vor dir. mehr als nur den nächsten schritt, der ansteht. richte dich auf und den blick nach vorne. und du siehst den weg wieder. weißt wieder, wofür sich das gehen lohnt. woher die kraft kommt, wenn du meinst, müde und mürbe zu sein. weil du ein ziel hast.
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ehrlichkeit ist das jod in den schürfwunden..

„ehrlichkeit ist das jod in den schürfwunden, die das leben uns zufügt. brennt. und reinigt.“

muss ich dazu mehr sagen? weiß ja jeder, dass jod in der wunde brennt. wie aber soll sie sonst heilen? die schrammen, die das leben an dir hinterlässt, müssen gereinigt werden. sie infizieren sich sonst. es schwärt, es eitert – und du trägst ewig narben an dir herum.
ehrlichkeit tut im ersten moment weh. aber nach dem ersten schmerz spürst du, wie es besser wird. im übrigen sieht die gereinigte wunde auch gar nicht mehr so schlimm aus, wie du sie im ersten moment wahrgenommen hattest, nicht wahr?
die wunde heilt und die narbe… …sie wird nach einiger zeit kaum noch zu sehen sein. und wenn du nicht dauernd daran herum zupfelst und dich an die verletzung erinnerst – dann wird sie bald nicht mehr zu sehen und für dich auch kaum noch zu spüren sein. gleichwohl wird sie dich immer begleiten, als erinnerung, als mahnung, als schutz. nicht aber als behinderung. behindern wird sie dich nur dann, wenn du sie dazu benutzt, mißbrauchst, vorschiebst.
was ist dir lieber? ein kurzer moment heftigen schmerzes? oder ein langes, zermürbendes siechtum?
ehrlichkeit ist das jod, das reinigt.
vergebung das pflaster, unter dem heilung voranschreiten kann. dazu vielleicht ein andermal mehr.
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…auf dem weg zu sich selbst, oder doch nur auf der flucht?

„viel unterwegs sein und doch nie ankommen. menschen kennen lernen, ohne sich auf sie einzulassen. aus angst. doesn’t work. (@   )“

…schrieb ich gestern abend auf twitter, als ergebnis einer vorausgegangenen unterhaltung. der tweet spiegelt meinen persönlichen eindruck zu einem menschen wieder. dieser mensch ist auf der suche nach sich selbst, nach einem menschen für’s leben. nach seinem ganz persönlichen glück. nach liebe. nach nicht mehr kämpfen müssen.
und doch flieht er. immer wieder. weil er in dem moment, in dem es „ernst“ werden könnte, angst bekommt. flieht vor sich selbst, vor seinen reaktionen. vor allem aber aus der angst heraus, wieder und wieder und damit das zuvielte mal enttäuscht zu werden.

„erst wenn man nichts mehr erwartet, ist man leise genug, um das glück an der tür klopfen zu hören…“

wer nicht mehr wegläuft, sondern zu sich steht, wird irgendwann leise genug sein. wird irgendwann genügend vertrauen fassen können, um nicht mehr vor sich selbst und anderen flüchten zu müssen. das ist der moment, wo du zum fluchtpunkt wirst. und die linien auf dich zulaufen, die welt sich in konzentrischen kreisen um dich bewegt. weil du das ziel nicht mehr aus den augen verlierst, sondern selbst zu einem wirst.
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